· 

Perfekt gibt es nur bei IKEA

Ich liebe mein Zuhause. Zuhause ist für mich der Ort an dem ich die meiste Zeit verbringe, an dem ich zur Ruhe finde, kreativ bin, meine Familie genieße, Freunde einlade ... Mein Zuhause ist die Basis, der Ort, von dem aus meine Tage  starten und wo sie enden. 

 

In meinem heutigen Artikel möchte ich Dich in mein Zuhause einladen. Ich führe Dich von Raum zu Raum, erzähle, wie ich meinen Alltag meistere oder auch mal meisterlich in die Katastrophe führe. Unser Heim befindet sich in einem ständigen Wandel. Unsre Möbel, die Bilder, unser Stil, all das ist über 20 Jahre langsam gewachsen und verändert sich immer mal wieder. Ich kann es aushalten, dass Vieles noch nicht vollkommen ist, und wahrscheinlich wird es das auch nie sein. Vollkommen gibt es eben nur in der IKEA Möbelausstellung. Und in der fühlen wir uns nicht wirklich wohnlich, oder? 

 

Ich habe schon oft von diesen Sätzen gesprochen, die wir einmal gehört haben und die sich, wie von Zauberhand, in unseren Kopf einbrennen –  positiv oder negativ. Einige davon haben sich auch im Bereich Haushalt eingeschlichen.

 

Als erstes möchte ich von einem positiven Erlebnis berichten. Ich treffe meine Freundin Katrin. Sie kommt gerade begeistert von Freunden zurück, bei denen Sie übernachtet hat. Zum Frühstück gab es Brot, Butter und ein dickes Glas Marmelade. Diese Schlichtheit hat uns beide bewegt. Wenn ich über dieses Marmeladenglas nachdenke, muss ich lächeln – und das seit fünf Jahren  immer mal wieder. Gastfreundschaft und Herzlichkeit zeigen sich nicht immer in der Anzahl der Käsesorten auf dem Frühstückstisch. Das finde ich schön und befreiend.

 

Aber dann gibt es auch diese anderen Sätze. Beim Besuch einer guten Bekannten erzählte sie mir, dass es auf einer öffentlichen Toilette im Urlaub sauberer gewesen ist als bei Freundin XY Zuhause. Ups. Du bewertest meine Toilette?  Oder die Postfrau, die bewundernd anerkennt, dass Du Dein Haus putzt und dann wahrnimmt, dass Du ja "nur" am fegen bist?  Oder die ältere Dame, die Dir beibringt, dass Dein Haus immer so sauber und ordentlich sein muss, dass du jederzeit spontan Gäste empfangen kannst. Ups. Schon wieder so ein Satz. 

 

Gibt es eine Wahrheit darüber, wie wir unseren Haushalt führen sollen? Zwei Sätze sind bei mir hängen geblieben:

  1. Putzen im Kopf lohnt sich immer! 
  2. Perfekt gibt es nur bei IKEA. Und da will ich nicht wohnen.

Putzen im Kopf lohnt sich immer.

Vieles ist ein Ausprobieren. An viele Beweggründe kommen wir gar nicht so einfach dran. Aber mit unserem Haushalt verbringen wir alle so viel Zeit. In unserem Zuhause verbringen wir so viel Zeit. Da lohnt es sich zu fragen: Warum mache ich das so? Warum ist mir diese Sache so wichtig? Warum sind meine Ansprüche hier so groß? Mache ich das, weil es zu mir passt oder weil man das so macht?

Perfekt gibt es nur bei IKEA.

Ich habe schon alles ausprobiert um meinen Haushalt perfekt im Griff zu haben. Aber mit zwei Erwachsenen, zwei Kindern und viel Besuch ist der Anspruch, die absolute Kontrolle über Ordnung und Sauberkeit zu haben, unrealistisch. In meinem Artikel "Lass los ... lass es gut sein" schreibe ich über das Thema Kontrolle, das mich lange in vielen Bereichen meines Lebens kontrolliert hat. Auch im Bereich Haushalt. Doch ich habe zu diesem Thema meinen Kopf geputzt.

Ich habe gemerkt, dass mir eine gewisse Grundordnung sehr wichtig ist, perfekte Sauberkeit hingegen hat mir persönlich einen zu hohen Preis. Also habe ich meine Putzpläne reduziert und mein Ordnungssystem verbessert. Das ist jetzt für meine kleine Welt normal. Und die Welt im Nachbarhaus genieße ich als Reisender, mit allen Ihren Facetten, genau so, wie sie dort ist.

Meine 10 Minischritte für Maxiordnung

Ich habe ein paar kleine Regeln für mich aufgestellt, mit denen ich eine gewisse Grundordnung und Sauberkeit aufrechterhalte, ohne meine Tage zu sehr von Hausarbeit füllen zu lassen.

 

Diese 5 Tätigkeiten erledige ich täglich in wenigen Minuten:

  1. Täglich die Küche und das Esszimmer fegen
  2. Täglich die Betten machen
  3. Täglich die Mülleimer leeren
  4. Täglich das Waschbecken und die Flächen im Bad abwischen
  5. Täglich am Abend die Küche aufgeräumt verlassen

Diese 5 Regeln bändigen das Gesamtchaos im Haus:

  1. Alle Dinge haben einen festen Platz
  2. Wenn ich etwas genutzt habe, räume ich es im Anschluss weg
  3. Freie Flächen sollen frei bleiben
  4. Kleine Aufgaben erledige ich sofort
  5. Wir helfen einander

Und die großen Arbeiten?

  1. Boden wischen: Den Boden wische ich äußerst selten, in Küche und Bad nehme ich mir zwischendurch einen Lappen zur Hand und wische schnell drüber. Das hat eine ganz andere zeitliche Dimension als das ganze Haus zu putzen.
  2. Staub: Die Zeiten, in denen ich einen Samstag alle Schränke aus- und einräume, um sie feucht auszuwischen sind vorbei (passiert vielleicht zwei mal im Jahr) ... der Staubwedel ist mein bester Freund geworden. Ein Pop-Song und das Haus ist sauber.
  3. Fenster Putzen: Muss manchmal einfach sein. Wie oft liegt an unseren Vorlieben.
  4. Wäsche: Sobald die Sonne scheint kommt eine Ladung Wäsche in die Maschine. Jeden Tag ein bisschen ist hier meine Regel. Da Wäsche waschen und aufhängen meine liebste Hausarbeit ist, versüße ich mir damit meine Tage sogar.

Unser Esszimmer

Unsere Küche und Flur

Unser Wohnzimmer

Mein Büro

Unser Schlafzimmer

Unser Gästezimmer

Die Kinderzimmer

Die Kinderzimmer sind mit Sicherheit die größte Herausforderung, wenn es um Ordnung geht. Hier haben wir gerade ein Experiment gestartet, was sich vielversprechend anfühlt. Aber darüber berichte ich ein andermal.

 

Jetzt gehe ich mal ein paar Minischritte für Maxiordnung machen und wünsche Dir viel Freude beim Kopfputzen, Wohnung aufräumen und all den schönen Dingen, die Du dann genießen möchtest.

 

Wie immer freue ich mich über Deine Kommentare, Ideen und Nachrichten.

Deine Linda von "Das neue Normal"

Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Melanie (Sonntag, 30 August 2020 20:42)

    Jetzt muss ich doch sehr schmunzeln. Wow, was für ein wunderschönes zu Hause. Meine Schwester ist ziemlich perfektionistisch und hat ein sehr gutes Händchen zur Einrichtung, mega Sauberkeit etc. Was auch ziemlichen Stress bedeutet gerade bei 3 Kindern und 35 Std.Job. Ich hingegen hätte ach so gerne immer so ein zu Hause aber nicht den Blick dafür und dann ist mir wieder die Zeit zu schade. Neidisch bin ich aber dennoch immer wieder und bin dann unzufrieden, dass es bei mir nicht so aussieht.....

  • #2

    Noch eine Melanie (Sonntag, 30 August 2020 22:49)

    Einen grossen Dank für das Teilen in deinen so privaten Bereich. Und ich habe mich in euer Haus geschmuggelt als Stillleben � Ich finde die Aussage Putzen im Kopf sehr wertvoll und es zeigt, dass wir im Inneren meist etwas ganz anderes von Ordnung verstehen als im Aussen. Und das zu erkennen und zu leben was wir wirklich selbst möchten und nicht was von uns "verlangt wird" ist mega befreiend. Danke für dein Sein liebe Linda!

  • #3

    Nicole (Montag, 31 August 2020 07:56)

    Ich finde es so toll ,wie du über dieses Thema geschrieben hast. Mich erleichtert es auch nach so vielen Jahren wenn ich sehe dass andere Haushalte auch nicht perfekt sind. Ich bin in einem sehr perfekten Haushalt aufgewachsen- meine Mutter zahlte dafür den Preis nie für sich selbst Zeit zu haben. Das wollte ich nicht mehr und habe erst vor gar nicht all zu langer Zeit in meinem Kopf geputzt und umgedacht. Marie Kondo( eine japanische Ordnungsfee) hat mir dabei sehr geholfen. Perfekt ist mein Haushalt nicht und das muss er auch nicht sein .

    Danke dir Linda für diesen tollen Beitrag

  • #4

    Thea (Montag, 31 August 2020 23:01)

    Wow. Wie toll du das immer in Worte fassen kannst. Ich liebe es Deinen Blog zu lesen. Beim lesen, ist es als wenn man bei dir auf der Couch sitzt und dir zuhört. Ich liebe es. Danke dafür vielmals.

  • #5

    Dagny (Mittwoch, 09 September 2020 13:37)

    Ikea im privaten ist oft so unpersönlich und stresst viele Mütter. Als wir neu in der Krabbelgruppe waren, haben wir angefangen private Treffen zu vereinbaren. Allesamt Neu-Mamas und mit Baby und Haushalt natürlich leicht überfordert. Und einige Mamas, die das weder zugeben konnten, noch entspannt Gastgeberin sein konnten, weil sie dachten, es muss alles perfekt sein. Aber auch Ikea-Wohnungen dürfen mal Phasen haben, in denen der Status nicht aufrecht gehalten werden kann. Was waren diese Mütter erleichtert, als sie das erste Mal in einer "chaotischen" Wohnung zu Besuch waren. Danach wurde es für alle entspannter und die Treffen spontaner.
    Es ist schade, wenn man durch eine perfekte Wohnung im Alltag eingeschränkt wird oder nahezu zwanghaft für Ordnung sorgen muss, selbst wenn dadurch der Nachtschlaf auf wenige Stunden reduziert wird und die Familie drunter leidet.

  • #6

    Conny (Mittwoch, 09 September 2020 18:56)

    Sehr inspirierend Linda! Wolltevgerade den Hausputz starten, nach dem Lesen deines Blogs liege ich nun auf der Couch und beobachte die Wolken vorüberziehen. Es tut gut, nach einem langen Arbeitstag einfach die Füße hochzulegen und weniger wichtige Dinge auf einen anderen Tag zu verschieben.